Fallstudie Optimierung/Controlling Abfallwirtschaftsunternehmen

Teilnehmer:
Dr. Manfred Krieck, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe
Brigitta Vosgerau, Kaufmännische Leiterin der Unternehmensgruppe

Coach:
Joachim Reinhart,
Geschäftsführer SimmCon GmbH

Dank der Fa. SimmCon ist es uns gelungen, schnell ein effizientes und effektives Reporting aufzubauen.
Dr. Manfred Krieck, AWG

Der Landkreis Calw hat mehrere privatwirtschaftlich geführte Tochterunternehmen gegründet, darunter die Abfallwirtschaftsbetriebe:

  • AWB Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Calw
  • AWG Abfallwirtschaft Landkreis Calw GmbH
  • Umwelt-Service Nordschwarzwald GmbH,

Gegenstand der Unternehmensgruppe mit aktuell rund 50 Mitarbeitern und einem Umsatz von über 10 Mio. € ist im Wesentlichen die Abfallentsorgung im Landkreis Calw inklusive Abholung, Transport und dem Betrieb von Deponien.

Ziel der Zusammenarbeit war der Aufbau eines effizienten und effektiven Reportings für die drei zur AWG-Gruppe gehörigen Unternehmen auf Basis der vorhandenen IT-Systeme (insbesondere Diamant, RONA und Enigma) zur wertorientierten Unternehmenssteuerung. Das Reporting sollte dabei sowohl intern die Geschäftsleitung bei der Steuerung des Unternehmens unterstützen als auch extern die Berichterstattung gegenüber öffentlich-rechtlichen Gremien und Aufsichtsrat optimieren. Von besonderer Bedeutung war auch die Sicherstellung der Konsistenz der Zahlen und Fakten in den verschiedenen Berichten (z.B. Jahresabschlüsse, Prüfberichte, Quartalsberichte, Abfallbilanzen, Erläuterungen) aus den unterschiedlichen Quellen und IT-Systemen.
Im ersten Schritt legten wir gemeinsam mit der Geschäftsleitung Art, Umfang und Inhalte der notwendigen und der gewünschten Reports in Musterberichten fest. Die richtigen Kennzahlen zur Steuerung der Unternehmensgruppe zu finden, war nicht schwer, sollten doch auf Wunsch der Geschäftsleitung vor allem finanzielle Größen wie Umsätze, Deckungsbeiträge, Kosten, Cash Flow und verschiedene Rentabilitätskennzahlen der einzelnen Unternehmen und ihrer Geschäftsfelder aufgezeigt und sowohl im Soll/Ist Vergleich als auch in der zeitlichen Entwicklung über Monate und Jahre transparent werden.

Die Berichte sollten dann im Diamant Controlling Chip (einem Tool zur Erzeugung von Berichten aus Diamant-Rechungswesen) erzeugt und anschließend zur Optimierung des Layouts in MS-Word exportiert werden. Dies erschien auch deshalb sinnvoll, weil in Diamant praktisch alle Daten zur Sicherstellung der Konsistenz zusammenlaufen sollten.

Soweit die Theorie. Wie so oft begannen mit der konkreten Umsetzung die Schwierigkeiten. Die erste Schwierigkeit war folgende: Je tiefer wir in die einzelnen Strukturen des Rechnungswesens vorstießen, desto schwieriger wurde es, eine korrekte Abbildung der Geschäftsfelder im Controlling Chip zu bilden. Wesentliche Ursachen waren

  • zu wenig leistungsfähige Schnittstellen zwischen den drei wichtigsten IT-Systemen
  • über die Jahre gewachsene, komplexe Kostenstellenstrukturen
  • eine überraschend geringe tatsächliche Flexibilität der Software bei der Berechnung bestimmter Kennzahlen

Nach intensiven Gesprächen mit Spezialisten der Softwarehersteller waren diese Schwierigkeiten entgegen vorheriger Angaben nicht mit dieser Software zu bewältigen. Die Lösung lieferte uns dann ausgerechnet MS Excel mit seiner fast grenzenlosen Flexibilität, während die Konsistenz der Zahlen sowie die notwendige Automatisierung durch eine gut zu bedienende Schnittstelle zwischen Excel und der Rechnungswesen-Software gelöst werden konnte (vom Hersteller zur Verfügung gestellt).

Der Rest war viel Arbeit (Programmierung, Tests, einmalige Dateneingaben, …), aber letztlich ohne größere Schwierigkeiten. Die ersten maßgeschneiderten Controllingberichte mit vielen Auswertungen und Darstellungen wurden allseits gelobt.

Für die Abfallwirtschaftsbetriebe des Landkreises Calw hat sich der Aufwand gelohnt: Der Erfolg der Unternehmensgruppe konnte anhand der Berichte überzeugender in den Gremien vorgestellt werden. Zukunftsweisende Entscheidungen konnten in den letzten Monaten getroffen werden. Zahlreiche „kleinere“ Maßnahmen in den Bereichen Kostenoptimierung der Geschäftsfelder, weitere Optimierung des Controlling wurden angestoßen.

Unternehmensübernahme der Böck Silosysteme GmbH durch Martin Schmitz

Nachfolger:
Martin Schmitz, Geschäftsführer Böck Silosysteme GmbH

Coach:
Jörg Simm, Geschäftsführer SimmCon GmbH

Dank des umfassenden Wissens und der empathischen Herangehensweise meines Coaches, ist es gelungen, eine sowohl für mich als auch für den bisherigen Inhaber optimale Unternehmensübergabe zu erzielen.
Martin Schmitz, Böck Silosysteme GmbH
Seine Managementfähigkeiten hat Martin Schmitz aus seiner Zeit als Geschäftsführer in der Elektrogeräte-Branche. Allerdings fehlte ihm hier zusehends die Chance, sich selbst zu verwirklichen. Der Wunsch, sein eigener Chef zu sein und bei einem erfolgreichen Unternehmen die Segel zu setzen, wuchs. Zwar bestand auch die Möglichkeit einer Neugründung, aber die Übernahme eines bereits etablierten Unternehmens reizte den motivierten Manager noch mehr.

Über Unternehmensmessen, -vermittler und -berater erstreckte sich die Suche nach einer geeigneten Firma. Die breitgefächerte Vorgehensweise erwies sich als letztlich erfolgreich, über „Nexxt-Change“, der Nachfolgerbörse von KfW und IHK, identifizierte Martin Schmitz das optimale Unternehmen für eine Unternehmensnachfolge: im Familienunternehmen Böck fand Schmitz „seinen“ Platz: Das Traditionsunternehmen aus Tacherting bei Trostberg entwickelt und vertreibt Fahrsiloanlagen (TraunsteinerSilo®) zur Futterkonservierung für Agrarwirtschaft oder Biogasanlagen. 40.000 Endverbraucher (Landwirte und Biogasanlagenbetreiber) weltweit werden von Böck Silosysteme betreut, was das Unternehmen zu einem Marktführer macht.

Als Martin Schmitz auf dieses Unternehmen stieß, begann die Phase des gegenseitigen Werbens zwischen potentiellem Nachfolger und den bisherigen Inhabern. Und die Zusammenarbeit mit SimmCon, um eine möglichst reibungslose Übernahme zu realisieren.

Bei jeder Gründung oder Übernahme muss sich der Unternehmer richtig einschätzen können und erkennen, wann Beratungsbedarf vorhanden ist. Häufig können wir als Experten Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten zeigen, die nicht ungenutzt bleiben sollten. Auch Martin Schmitz konnten wir hilfreich zur Seite stehen:

  • Einschätzung des Unternehmens Böck Silosysteme
  • Kompatibilitätscheck von Unternehmen und Nachfolger
  • Detaillierte Analyse der bisherigen Unternehmensentwicklung
  • Betrachtung der Optimierungspotentiale in Hinblick auf Kosten und Geschäftsausrichtung
  • Gemeinsame betriebswirtschaftliche Unternehmensplanung
  • Erstellung eines umfassenden Businessplanes
  • Moderation des Verhandlungsprozesses mit der Eigentümerfamilie Böck
  • Unterstützung bei Finanzierungsfragen
  • Koordination von Rechts- und steuerlichem Beistand durch Experten
  • Beratung über den Übernahmeprozess hinaus

Trotz umfangreicher Betreuung und Beratung ist es hilfreich, wenn der Alteigentümer, wie hier Familie Böck, den Unternehmensnachfolger über einen gewissen Zeitraum hin unterstützt. Auch Modernisierungsideen oder Neuausrichtungen sollte man genug Reifezeit geben, um den gewünschten Erfolg zu erzielen.  Damit sollte schon in der Vorphase der Übernahme begonnen werden.

Eine Unternehmensübernahme ist eine nicht alltägliche Situation. Beide Verhandlungspartner wollen für sich das beste Ergebnis erzielen. Da ist es nur verständlich, dass während der Verhandlungsphasen viel Fingerspitzengefühl und Ideen verlangt sind, um die Verhandlungspartner ans Ziel zu bringen. Herr Schmitz hat die Verhandlungen mit Gelassenheit und Geduld gemeistert. Besonders geholfen hat ihm das Beachten folgender Grundsätzlichkeiten:

  • Sorgfältige und frühzeitige Vorbereitung
  • Fachmännische Unternehmensbewertung und Kaufpreisermittlung
  • Nachhaltiger Finanzierungsplan

Für Martin Schmitz hat sich der Aufwand gelohnt. Er ist nun Geschäftsführer und Inhaber der Böck Siloanlagen GmbH, die sich durch seine innovativen Ideen und sein unternehmerisches Herzblut sehr positiv entwickelt und ihre erfolgreiche Position am Markt weiter ausbauen kann.

Unternehmensnachfolge durch Management Buy-out: Übernahme des Hauschka Verlages (München) durch den Geschäftsführer Thomas Wolf als Nachfolger

Nachfolger:
Thomas Wolf, Hauschka Verlag

Coach:
Jörg Simm, Geschäftsführer SimmCon GmbH

Die ausführliche Analyse des gesamten Geschäftskonzepts zusammen mit Herrn Simm war für mich unverzichtbar und existenzsichernd. Ohne seine professionelle Beratung wäre es für mich sicherlich sehr schwer geworden einen tragbaren Kaufpreis auszuhandeln und eine gute Finanzierungslösung zu entwickeln.
Thomas Wolf, Hauschka Verlag
Gegenstand unserer Beauftragung durch Herrn Wolf war, ihn bei der Übernahme des Hauschka Verlages (München) als Nachfolger zu unterstützen.
Herr Wolf, der bereits seit Juli 2009 als angestellter Geschäftsführer die operative Verantwortung für den etablierten Münchner Verlag übernommen hatte – und unter anderem so konsequent auf seine Rolle als Nachfolger vorbereitet wurde – wollte die unternehmerische Nachfolge im Verlag nun vollumfassend, inklusive Erwerb des Unternehmens als künftiger 100% Eigentümer, übernehmen.

Die Vorbereitungen für die Unternehmernachfolge durch Herrn Wolf waren zum Zeitpunkt unserer Beauftragung bereits sehr konkret, d.h. der Übergabeprozess war bereits seit längerem geplant und wesentliche Schritte hierzu bereits eingeleitet. Das Übergabeprozedere und die Kaufpreisverhandlungen waren weitgehend definiert/ abgeschlossen.
Im Verlaufe der Analysen im Rahmen des Coaching-Projektes stellte sich allerdings heraus, dass der angedachte Kaufpreis so nicht nachvollziehbar, bzw. im Hinblick auf das Erreichen einer Finanzierungslösung als so nicht zu argumentieren erschien. Eine erste Näherungsplanung für die zukünftige Unternehmensentwicklung zeigte außerdem an, dass die erforderliche Kapitaldienstfähigkeit zur Bedienung einer Finanzierungslösung nicht darzustellen war. Die Unternehmensergebnisse der Vorjahre fielen gemäß Jahresabschlüssen und BWA’s schlicht deutlich zu niedrig aus.
Parallel ergaben diese ersten Analysen aber auch Auffälligkeiten im Bereich der Bestände und – nach Hinzuziehen eines Steuerberaters – auch im Bereich der Bestandsbewertung.

Aufgrund dieser ermittelten Auffälligkeiten wurde daher zwischen Gründer und Coach beschlossen, eine detaillierte und komplexe Analyse der auffälligen Positionen im Bereich Bestände und Materialeinsatz durchzuführen.
Es sei angemerkt, dass diese Analysen aufgrund der gewachsenen durchaus etwas eigenwilligen Betriebswirtschaft eine besondere Herausforderung darstellten.
Die Analyse im Bereich Bestände wurde äußerst detailliert bis auf Ebene Einzelpositionen durchgeführt und parallel mit einer Aktion zur umfassenden Lagerbestandsbereinigung gekoppelt. Das Ergebnis dieser Analyse und Bereinigung war einerseits ein Lager mit ausschließlich werthaltigen Positionen und andererseits ein Verkaufswert des bereinigten Lager(rest)bestandes, der den Buchwert des Lagerbestandes deutlich überschritt.

Letztlich konnte so in Kombination der niedrigen Unternehmensergebnisse der Vorjahre mit den identifizierten über die Jahre aufgebauten stillen Reserven ein Unternehmenswert plausibilisiert werden, der eine Einigung auf einen angemessenen Kaufpreis möglich machte. Der Bank gegenüber konnte so auch die Angemessenheit des Kaufpreises schlüssig argumentiert werden.

Gleichzeitig ergab sich in der Konsequenz für die Planungsaussage in der Simulation einer künftigen Unternehmensentwicklung ohne Fortführung der bisherige „Bestandspraxis“ ein deutlich positiveres Bild mit nachvollziehbar ausreichender Kapitaldienstfähigkeit. Zusätzlich ermöglicht außerdem ein gezielter Abbau der Lagerbestände weitere Liquiditätsspielräume.

Des Weiteren wurden im Projektverlauf dann…:

  • … die Analyseergebnisse der zusätzlichen Detailanalysen in den Businessplan eingearbeitet und die Planungsrechnungen auf Basis dieser Erkenntnisse in Teilbereichen um entsprechende zusätzliche detaillierte Planungs-Nebenrechnungen ergänzt bzw. die Planung insgesamt so weiter konkretisiert und plausibilisiert.
  • … eine gesonderte Liquiditätsanalyse und -planung im Hinblick auf Bestandseffekte (Verkauf von Positionen niedrig bewerteter Altbestände versus Bestandsaufbau Neuprodukte) ausgearbeitet und im Businessplan integriert
  • … der Businessplan als bankentaugliches Gesamtkonzept ausgearbeitet – inkl. Marktrecherche/-analysen und Schlussfolgerungen aus diesen Erkenntnissen, Vermarktungskonzeption, künftiger strategischer Ausrichtung und Teilstrategien sowie strategischer und operativer Maßnahmen, Unternehmensanalyse sowie Unternehmensplanung, Finanzierungskonzeption

Abschließend wurden dann die Verhandlungen mit dem Alteigentümer zu Kaufpreis und Modalitäten der Übergabe erfolgreich zu Ende geführt und ebenso die Finanzierungslösung mit der Bank erreicht.

Das Hauptziel im Rahmen des Coachings, vor allem die Realisierbarkeit des Vorhabens zu ermöglichen und dazu an den hierfür maßgeblichen „Stellhebeln“ anzusetzen, wurde umfassend erreicht. Insbesondere konnte(n) hierzu…:

  • … über sorgfältige Analysen ein Höchstmaß an betriebswirtschaftlicher Transparenz geschaffen werden
  • … über ein schlüssiges Konzept und fundierte Planungsrechnungen eine ausreichend erfolgversprechende künftige Entwicklung des Unternehmens plausibilisiert werden
  • … als „Nebeneffekt“ der Analysen und Planungsrechnungen die Basis für eine praktikable Controllingsystematik zur Steuerung des Unternehmens geschaffen werden
  • … einerseits eine schlüssige Argumentation zur Verhandlung von Kaufpreis und „Beitrag“ des Verkäufers (Stellung von Sicherheiten) zur Verbesserung der Chancen auf das Erreichen einer Finanzierungslösung erarbeitet werden und andererseits aber auch eine für die Banken nachvollziehbare Argumentation eines höheren Kaufpreises dargelegt werden
  • … auch im Rahmen der Planung eine ausreichende künftige Kapitaldienstfähigkeit für die Bedienung von Zins und Tilgungen zur angestrebten Finanzierung plausibel dargestellt werden.

Für Thomas Wolf hat sich das Coaching mehr als gelohnt. Er ist nun Inhaber des Hauschka Verlages und führt die unternehmerische Philosophie von Herrn Hauschka  weiter fort. Darüber hinaus bringt Herr Wolf, der das vertraute und fest auf dem Markt etabliertes Unternehmen weiter behutsam modernisieren und ausbauen wird, optimale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Entwicklung seines Unternehmen mit.

Unternehmenssanierung und Nachfolgeregelung Gasthof und Hotel „Zur Post“ in Wallgau

Nachfolger:
Bernhard Neuner jun. (zusammen mit seiner Gattin Doris Neuner)

Coach:
Jörg Simm, Geschäftsführer SimmCon GmbH

Ohne das außerordentliche Engagement meines Beraters, Jörg Simm, hätte für den elterlichen Betrieb wohl keinerlei Chance mehr auf Rettung bestanden. Ihm verdanke ich auch die erfolgreiche Durchführung der anschließenden schwierigen Betriebsübernahme.
Bernhard Neuner jun., Zur Post
Der bekannte, aber aus diversen Gründen in eine schwierige wirtschaftliche Situation geratene oberbayerische Traditionsgasthof, sollte durch eine Nachfolgeregelung vom Vater auf den Sohn in die Zukunft geführt werden.
Die besonderen Herausforderungen dieses nicht alltäglichen Generationswechsels werden durch die zu Beginn unseres Beratungsmandates vorliegende prekäre Lage des Unternehmens deutlich:

  • Die Geschäftsentwicklung der letzten Jahre war durch rückläufige Umsätze und fehlende Investitions- und Marketingbudgets gekennzeichnet.
  • Da keine Finanzierungslösung gefunden werden konnte, um in Modernisierung, Renovierung und Vermarktung investieren zu können, waren so die Voraussetzungen nicht gegeben, einen nachhaltigen wirtschaftlichen Turnaround erreichen zu können.
  • In der Folge entstanden zunehmend Liquiditätsengpässe; es wurde immer schwieriger, fällige Verbindlichkeiten zu bedienen; der Druck auch seitens der Banken nahm zu.
Die Lösung konnte letztlich nur im Rahmen einer Regulierung der Verbindlichkeiten in Kombination mit einer neuen Finanzierung gelingen. Frühzeitig wurde auch klar, dass eine Finanzierungslösung nur mit einer neuen Bank und nur im Rahmen einer Nachfolgeregelung Aussicht auf Erfolg hatte. Für den bisherigen Unternehmer hätte sich sowohl aufgrund der Unternehmensentwicklung als auch wegen dessen Seniorität keine Bank gefunden, die die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellt.
Erste Priorität hatte also die Regulierung der Verbindlichkeiten und das Herausarbeiten des idealen Übernahmevorgehens aus den möglichen Alternativen (Kauf, Schenkung etc). Die Suche nach einem Nachfolger erübrigte sich, da mit Bernhard Neuner jun. der ideale Kandidat für die Nachfolge vorhanden war.
Außerdem musste ein detailliertes Nachfolge-/Übernahmekonzept (Businessplan) für den Neustart erarbeitet werden, denn der Betrieb war wirtschaftlich und organisatorisch zu optimieren und eine klare strategische Positionierung sowie ein Marketingkonzept  auszuarbeiten, um künftig wieder steigende Umsätze zu erzielen. Gekoppelt waren diese Teilstrategien mit einer Investitionsstrategie.

Gezielt wurden daher die vorbereitenden Schritte für die Durchführung der Nachfolgelösung bei gleichzeitiger Restrukturierung des Betriebes weitgehend parallel abgearbeitet:

  • Die Finanzierungszusage der neuen Bank für die Übernahme des Betriebes auf Basis einer Einwertung von Grund und Immobilie gab die Finanzierungsobergrenze für die Übernahme vor.
  • Die erfolgreiche Durchführung der Regulierung der Verbindlichkeiten durch uns im Rahmen harter Verhandlungen führte zu ausreichenden Restrukturierungs-Beiträgen – vorwiegend der Banken und der Brauerei. So konnten die Verbindlichkeiten des Betriebes unter die geforderte Obergrenze seitens der neuen Bank gesenkt und die Umfinanzierungslösung umgesetzt werden.
  • Die Erstellung eines fundierten Businessplans (Sanierungskonzepts) mit überzeugender strategischer Positionierung und positiver Fortführungsprognose war ebenfalls essentiell.

Für die Rettung des Betriebes und die Durchführung der Übernahme durch Bernhard Neuner jun. war letztlich mit entscheidend, dass neben der reinen Umfinanzierung auch eine  LfA- geförderte Existenzgründungsfinanzierung in Kombination mit LfA Investitionskrediten erreicht werden konnte, um die erforderlichen baulichen Investitionen durchführen zu können.
Seit der Übernahme des Unternehmens durch das Nachfolger-Ehepaar, Bernhard und Doris Neuner in 2009 wurden mit unserer Unterstützung die im Businessplan ausgearbeiteten Maßnahmen umgesetzt und das Unternehmen in den vergangenen Jahren nachhaltig saniert. Die konsequente Umsetzung dieser Maßnahmen war die Basis für diesen Erfolg – u.a.:

  • Eine Investition in den Umbau der Küche und der Implementierung  des neuen Küchenkonzeptes- unterstützt durch die Implementierung hochmoderner, effizienter Geräte
  • Investitionen in Marketing und Werbung
Dem Nachfolger mit seinen ausgezeichneten Fähigkeiten als gelernter Koch und seiner Berufserfahrung in diversen Münchner Top-Gastronomie-Betrieben gelang es schnell, den „Gasthof Post“ als kulinarisches Highlight mit dem besonderen Traditions-Flair der urig-bayrischen Gemütlichkeit in der Region wieder bekannt zu machen und erfolgreich zu positionieren. Den Schwerpunkt der unternehmerischen Anstrengungen und der Investitionen zunächst vor allem auf die Gastronomie und nicht den Hotelbetrieb zu legen, war dabei nur logisch und konsequent:

  • die großen Gastronomiekapazitäten des Unternehmens,
  • die größere Unabhängigkeit von saisonalen Schwankungen auch durch regionale Gäste
  • der Schwerpunkt des Gründers als Koch

In der Folge entwickelte sich das Unternehmen seit der Übernahme des Betriebes mit kontinuierlich wachsenden Umsätzen und Profiten überaus erfreulich. Mit dem Bau des „Wirtsgarten“ erfolgte ein nächster logischer Schritt, der dabei sowohl den bisherigen Erkenntnissen als auch der oben skizzierten Logik folgt. Ein in den 80iger Jahren geschaffener Anbau wurde abgerissen und an seiner Stelle ein schöner und großzügiger Wirtsgarten angelegt. Mit diesem Wirtsgarten wird auch gleichzeitig ein weiteres Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Der „Clou“ hier: die Bezuschussung der Investitionen des Wirtsgarten mit rund 50% der Investitionssumme durch Einbindung des Projektes in die regionale Infrastrukturfördermaßnahme „Dorfplatzerneuerung“.

Unterstützt wurde das Gesamtprojekt Unternehmenssanierung/Übernahme insbesondere durch die IHK, die KfW und die LfA.
Im Rahmen der Finanzierung wurden geförderte Darlehen der LfA (Existenzgründer- und Investitionsdarlehen) vergeben.
Das Gesamtprojekt wurde seitens der IHK für München und Oberbayern als Referenzprojekt ausgewählt und bis vor kurzem als solches auf der Homepage des bayrischen Wirtschaftsministeriums vorgestellt

Gründung Startup Landwirtonline24 AG

Gründer:
Martin Schmitz-Strothoff (Gründer der ersten Stunde),
Regine Viro
Jörg Simm
– insgesamt derzeit 5 Aktionäre.

Coach:
Jörg Simm, Geschäftsführer SimmCon GmbH

Aus langjähriger Zusammenarbeit mit unserem Kunden Böck Silosysteme GmbH entstanden immer wieder neue strategische Ansätze für die Firma Böck und „im Hintergrund“ wuchs das Gedankenpflänzchen einer umfassenden Online Lösung für Landwirte. Im letzten Quartal fing diese Idee an, sich immer konkreter darzustellen und entwickelte sich ab dann dynamisch hin zur Unternehmensgründung. Diese erfolgte am 10. September 2015 in Form einer AG. Bei knapp 700 TEUR Eigenkapitaleinsatz der Aktionäre und nach rund 500 TEUR Investitionen erblickte Landwirtonline24 mit seinem Go-Live im Mai 2016 das Licht der Welt und seitdem rennt unser Startup bei permanent neuen Erkenntnissen voran. Ursprünglich beriet die SimmCon GmbH bei der Vorgründungsphase und erstellte einen sehr umfassenden Businessplan für das Vorhaben – dann wurde ich – etwas unerwartet – selbst zum Mitgründer und stieg über meine Nebenfirma, MiCap GmbH, als einer der Hauptaktionäre der ersten Stunde direkt ein. PS: über die MiCap GmbH deshalb, da dies steuerlich die intelligentere Konstruktion darstellte als ein Einstieg als Person.
Jörg Simm, Gründer und GF SimmCon GmbH, Vorstand Landwirtonline24 AG
Über die Betreuung von Herrn Schmitz von seiner Nachfolge bei Übernahme der Firma Böck (zu März 2010) weg, dessen Zielgruppe die Landwirte ist, entstand auch bei uns zunehmend Begeisterung für die Landwirtschaft einerseits und wurden in Zusammenarbeit mit Martin Schmitz fortlaufend an neuen Ideen für die Landwirtschaft gebastelt.
Dabei identifizierten wir eine klare Marktlücke: weit und breit kein gesamtheitliches Angebot, das sich mit passenden Dienstleistungen, Informationen und breitem Angebotssortiment an Artikeln konsequent und exklusiv dieser spannenden Zielgruppe widmet.
Auf diese Erkenntnisse hin erfolgten Markrecherchen, Telefoninterviews mit rund 50 Landwirten und die Erstellung eines umfassenden Konzeptes zu einem Geschäftsmodell, das dieses „Angebots-Paket“ im Zuge einer Online-Lösung abzubilden vermag: Die Geburtsstunde von Landwirtonline24 AG.
Da das Online-Geschäftsmodell mit umfangreichen Investitionen in technische Eigenentwicklung zu Frontend- und Backendlösungen, sowie Eigenentwicklung diverser innovativer Leistungsbausteine (Dienstleistungen und Informationsangebote) verbunden ist, wurde die Rechtsform der AG gewählt.
Auch das angestrebte Volumen an Bestellvorgängen (derzeit knapp 40.000 Artikel im Shop) und die dahinter liegende Komplexität bei Backend-Geschäftsprozessen und Logistikprozessen erfordern Investitionen und Vorlaufkosten (Manpower).
Die mit knapp 700 TEUR Eigenkapital ausgestattete AG bietet so die beste Ausgangslage zur Beschaffung von weiteren Finanzierungsmitteln. Einerseits in Relation von EK zu FK eine gute Ausgangslage für Bank- und Förderfinanzierung. Andererseits so auch die beste Ausgangssituation für ein eventuelles Einsammeln von Investorengeldern.

Für die Umsetzung waren die üblichen logischen Schritte einer Gründung mit Substanz zu gehen:

  1. Ausarbeiten Geschäftsmodell und Erstellen eines umfassenden Investoren tauglichen Businessplans
  2. Gründung und Finanzierung mit Aktionären der ersten Stunde – Schritt 1 Gründung durch die Gründer – Schritt 2 Kapitalerhöhung und Aufnahme der ersten Aktionäre
  3. Selektieren der richtigen Partner für die technische Lösung, der ersten Lieferanten, etc.
  4. Das richtige Team von Überzeugungstätern von Beginn an
  5. Entwicklung technische Lösung, Logo, CI und Designmodell Portal
  6. Logistiklösung über Fullfillment-Dienstleister (atrikom)
  7. Einbindung Lieferanten – Übermitteln Artikeldaten über vorab konzipierte und entwickelte Schnittstellen
  8. Arbeit mit Stammdaten, Arbeit mit Stammdaten und nochmals Arbeit mit Stammdaten
  9. Go Live
  10. Testphase nach Go Live ohne Bewerbung
  11. Start Werbe- und Marketingmaßnahmen
  12. Intensive Außenkontakte mit Landwirten
  13. Erste Pilot-Kandidaten für Baustein „Landwirt des Monats“ gewinnen
  14. Entwicklung von Themen, Projekten zusammen mit Landwirten
  15. Fortlaufend Optimierungen an Shop und Portal
  16. Fortlaufend Ausbau Facebook-Channel, SEO Optimierung
  17. Und und und…

Stand heute ist der „Proof of Concept“ geschafft. D.h. Umsätze beginnen zu laufen, Potential bestätigt sich zunehmend von Termin zu Termin mit Landwirten, sehr positive Resonanz auf Leistungsangebot, mittlerweile bereits Vorlauf von 5 Bewerbern für den nächsten Landwirt des Monats. Facebook Channel etabliert, stetig steigende Zugriffe und Bestellungen.

Heftig unterschätzt wurde der Aufwand in der Stammdaten-Bearbeitung (bei ca. 40.000 Artikeln im Sortiment), immer wieder Verzögerungen vor allem auch im Zusammenspiel der Dienstleister Technik und Portaldesign, späterer Start, längere Testphase mit bewusst geringer gehaltenem Bestellvolumen, …. = die üblichen Ergebnisse/Erfahrungen der Anfangsphase wie bei den meisten Startups mit komplexerem Geschäftsmodell

Aber hohe Zufriedenheit und ein Team, das jede Herausforderung meistert. Absolute Überzeugung zu unserem Geschäftsmodell und Vorfreude auf die weiteren Monate und Jahre.

Fördermöglichkeiten nutzen:

Mit Proof of Concept den wesentlichen Milestone für potentielle Finanzierung durch Investoren gesetzt.
Aktuell 2. Finanzierungsphase mit Kombination aus BayBG (stille Beteiligung), Förderfinanzierung (LFA Startkredit) und Bankfinanzierung http://www.lfa.de/website/downloads/broschueren/b_beteiligungskapital/Gruendung_und_Unternehmensnachfolge.pdf
Für die 3. Finanzierungsstufe sind wir jetzt schon gespannnt auf die Umsetzung des neuen Schäuble Vorschlags….http://www.n-tv.de/wirtschaft/Schaeuble-will-Start-ups-mit-Milliarden-foerdern-article18265011.html