– der gekonnte „feinfühlige Presslufthammer“ zum Aufbrechen eingefahrener Strukturen

„Die Übernahme der Nachfolge in einem über Jahrzehnte durch patriarchalischen Führungsstil geprägten Unternehmen bedeutet gewaltige Anstrengungen um eingefahrene Strukturen und Denkweisen aufzubrechen. Ein derartiges Projekt ‚Culture Change‘ anzustoßen kann zielgerichtet nur über ein akribisch vorbereitetes Workshop-Konzept in Kombination mit Profimoderation erfolgen. Herr Simm arbeitete hier äußerst systematisch und erbrachte als Moderator des ersten 2-tägigen ‚Power-Workshops‘ mit 14 Führungskräften als Teilnehmer geradezu eine sportliche Höchstleistung. Beeindruckend, wie er den Spannungsbogen aufrecht erhielt, den Teilnehmern die Augen öffnete und mit unserem Team Ursachen für vorher identifizierte Problemfelder konsequent herausarbeitete und so den Boden für die Entwicklung von Lösungsansätzen und konkreten Verbesserungsmaßnahmen bereitete.“

GF Mittelstand über den von Jörg Simm moderierten Workshop

Nachfolger:

Geschäftsführer und am Unternehmen beteiligter Gesellschafter eines mittelständischen Unternehmens (Umsatz im 2-stelligen Millionenbereich, 50 Mitarbeiter) im Bereich Handel und Produktion von Zulieferkomponenten.

Coach/Moderator:

Herr Dipl. Kfm. Jörg Simm
SimmCon GmbH

Ausgangslage und Motive

Der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens im Bereich Handel und Produktion von Zulieferkomponenten , der erst kürzlich die Nachfolge in diesem Unternehmen angetreten hat, kam auf die SimmCon mit der Idee/Aufgabenstellung eines Strategie-Workshops für sein Unternehmen zu. Die Firma solle durchgehend modernisiert werden, eine passende Unternehmensstrategie entwickelt und eine neue Firmenkultur geschaffen werden – als grundlegende Voraussetzungen um das erhebliche Potential der Firma freizusetzen und diese mit neuen Produkten und neuen Ideen für die zukünftige Marktsituation aufzustellen.

Nach Diskussion von Hintergründen, Problemen im Unternehmen, Herausforderungen und erkennbaren Ursachen fiel schnell die Entscheidung: das Themenfeld Strategieentwicklung sollte zwar möglichst gleich im ersten Workshop integriert werden, allerdings müssen zuerst wesentliche Grundvoraussetzungen geklärt bzw. geschaffen werden, damit eine strategische Neuausrichtung überhaupt Chancen auf effektive und effiziente Umsetzungsprozesse hat.

Um den Boden hierfür zu bereiten galt es, über den Workshop also zunächst vorrangig eine Lösung zur Beseitigung der Kommunikationsbarrieren und zum Aufbrechen der eingefahrenen Denkstrukturen zu erreichen. Hintergründe hierzu: Das Unternehmen war über Jahre hinweg ausgesprochen patriarchalisch geführt worden, mit der Folge, dass Führungskräfte und Mitarbeiter es nicht gewohnt waren, in ausreichendem Maße Verantwortung für ihre jeweiligen Zuständigkeitsbereiche zu übernehmen und eigenständig Entscheidungen zu treffen. Die zweite Führungsebene bildete zunehmend eine „Lähmschicht“, durch die der Kommunikations- und Informationsfluss durchgängig nicht mehr ins Unternehmen befördert wurde. Festgefahrene Strukturen und Denkmuster entstanden, man wartete auf Impulse und Entscheidungen von oben statt selbst aktiv Ideen und Vorschläge fürs Unternehmen zu entwickeln und Mannschaft wie Führung für Neues zu begeistern.

(Anmerkung: Hier einen echten, umfassenden und nachhaltigen Wandel zu erreichen, erfordert natürlich weit mehr, als „nur“ einen Workshop durchzuführen. Letztlich sind hierzu Organisation und Führungssystem komplett zu überarbeiten, Kommunikations-/Reporting-Routinen sind zu definieren und zu etablieren, Führungskräfte sind entsprechend zu befähigen/zu schulen. Zusätzlich zum Auftakt-Workshop empfiehlt es sich daher, einen solch umfassenden Kulturwandel-Prozess über einen längeren Zeitraum hinweg zu unterstützen (auch durch weitere Workshops). Im Auftakt-Workshop selbst können allerdings mindestens die wesentlichen Voraussetzungen bzw. kann die „Initialzündung“ für den Kulturwandel geschaffen werden.)

Lösungsansatz und Umsetzung

Herr Simm, der als Profimoderator den Workshop leitete, führte im Vorfeld eine Mitarbeiterbefragung der Workshop-Teilnehmer (Führungskräfte) mittels eines strukturierten, gezielt auf die spezifische Situation hin entwickelten Fragebogens durch. Die Erkenntnisse aus dieser Befragung lieferten den Input für die Gestaltung des Konzeptes und Drehbuchs des ersten 2-tägigen Führungskräfte-Workshops.

Die Rückmeldungen aus der durchgeführten Befragung mittels Fragebogen waren äußerst umfangreich und „heftig“. Insgesamt entstand mit Auswertung der Rückmeldungen ein klares Bild der diversen Problemfelder im Unternehmen. Die in der Befragung integrierte Stärken-Schwächen-Risiken-Chancen-Analyse des Unternehmens lieferte zudem auch deutliche Hinweise auf Potentiale und denkbare Stoßrichtungen im Hinblick auf die Entwicklung der künftigen Unternehmensstrategie.

Der Anspruch an das, was der Workshop leisten sollte, war dementsprechend hoch und vielfältig. In Phase 1 des Workshops sollte vor allem erreicht werden:

  • „Wachrütteln“ – Erkenntnis und Akzeptanz zur ausgeprägten Problematik im Unternehmen schaffen
  • Problemfelder differenzieren und Einzelproblematiken je Problemfeld herausarbeiten und konkretisieren
  • Transparenz zu Wirkungszusammenhängen zwischen den verschiedenen Einzelproblematiken schaffen
  • Ursachenketten zu den Einzelproblematiken herausarbeiten und Kernursachen möglichst klar identifizieren
  • Lösungsansätze und möglichst konkrete Einzelmaßnahmen zur Beseitigung – oder zumindest zur Eindämmung der Auswirkungen – betreffend die jeweiligen Kernursachen erarbeiten

Am ersten sehr intensiven Workshop-Tag war für die Teilnehmer so einerseits die zunehmende Erkenntnis über das Ausmaß und die Vielfältigkeit der Problematiken im Unternehmen zu bewältigen – beginnend mit der Konfrontation der Gruppe mit den Rückmeldungen aus der Vorababfrage. Andererseits musste die Komplexität der Wirkungszusammenhänge realisiert und verstanden werden. Dazu wurden die Teilnehmer auch noch mit dem sich einstellenden Gefühl einer gewissen Hilflosigkeit konfrontiert, als sie feststellten, wie schwer sie sich tun eingefahrene Denkblockaden zu überwinden und sich tatsächlich für neue Denkanstöße und Herangehensweisen zu öffnen, um so neue Lösungsansätze und präzise Lösungs-Maßnahmen zu entwickeln und konkret auszuarbeiten.

Hier war eine sehr aktive Moderationsleistung gefordert, um den Teilnehmern Hilfestellung zu geben und um aus dem Frustgefühl heraus eine echte Aufbruchstimmung zu erzeugen.

Mittels innovativer Herangehensweisen und unter Einsatz verschiedener Moderationstechniken wurde für die Teilnehmer aber bald positiv spürbar, wie ihre vielen Ideen zielgerichtet und strukturiert in Lösungsansätze und Maßnahmen entwickelt werden konnten.

Um ein „Versinken in einem Problemberg“ zu verhindern, wurden außerdem diverse Elemente bzw. Workshop-Phasen zu kreativ konstruktiven Aufgabenstellungen in das Programm des ersten Tages eingebaut.

Der 2. Workshop-Tag stand dann ganz im Zeichen „Vorwärtsbewegung“:

Lösungsansätze entwickeln, Maßnahmen ableiten

  • Vision und Zielkultur des Unternehmens für die Zukunft skizzieren
  • Erste Eckpunkte der neuen Unternehmensstrategie strukturiert erarbeiten – von Stärken-Schwächen-Profil über Marktpotential-Landschaft und Faktorenanalyse hin zu Strategieoptionen
  • Herausarbeiten Status Marktkenntnis und Eckpunkte für Verbesserung Vertrieb bzw. Vertriebskonzept
  • Gezieltes Ableiten von Vorgehensweisen, wie identifizierte Stärken des Unternehmens weiter ausgebaut und wie identifizierte Schwächen des Unternehmens reduziert werden können

Für weitere Eindrücke zu Aktivitäten im Workshop lassen wir am besten Bilder sprechen:

Jörg Simm, Moderator (SimmCon) bei den Vorbereitungen

Auflösung des Problemfeldes „Produktlandschaft“

… hier sichtbar wie die Gruppe identifizierte Einzelproblematiken als Cluster zusammengefasst hat und Lösungsansätze zuordnete

Ursachenkette

… hier sichtbar wie die Gruppe sich von Ursache über Ursache hin zur Kernursache „hangelte“ und im Anschluss Lösungsansätze aufzeigte (grüne Lösungskärtchen)

Portfolio-Analyse

… hier hatte die Gruppe die Aufgabe bestimmte Themen zwischen konstruktiv und destruktiv sowie zwischen positiv und negativ einzuordnen im Sinne einer Vorauswahl, worauf sich die „Lösungs-Energien“ richten sollten

SWOT Portfolio und Maßnahmen zur Stärkung der Stärken

… hier hatte die Gruppe die einzelnen identifizierten Aspekte entsprechend auf der Skala nach Stärken und Schwächen sowie nach Chancen und Risiken eingeordnet

Bild Faktorenanalyse

… hier hatte die Gruppe als vorbereitenden Schritt im Rahmen der Strategie-Entwicklung die eine mögliche Strategie beeinflussenden internen und externen Faktoren zu identifizieren, zu gewichten und Wechselwirkungen aufzuzeigen

Blitzlichtserie im Verlauf

… hier zeigt sich anschaulich wie die Stimmung ob der Erkenntnis der Herausforderung zunächst fiel um abschließend wieder ein Stimmungsbild des Aufbruchs anzuzeigen

Ergebnis/Fazit

Im Rahmen dieses äußerst intensiven 2-tägigen Workshops wurde unter anderem erreicht:

  • Den Teilnehmern wurden „die Augen weit geöffnet“ und neue Denkweisen und Methoden zu strukturiertem Vorgehen vermittelt.
  • Problemfelder wurden klar identifiziert und Transparenz zu Einzelproblematiken je Problemfeld geschaffen.
  • Klare Ursachenketten und Kernursachen zu den einzelnen Problembereichen wurden herausgearbeitet/identifiziert.
  • Diverse Maßnahmen wurden ausgearbeitet und Verantwortliche für die Maßnahmenumsetzung  bestimmt.
  • Ansätze zur konkreten Positionierungsstrategie konnten ebenso herausgearbeitet werden, wie Ansätze zu Teil-Strategien (Organisationsstrategie, Kommunikationsstrategie, Export-/Vertriebsstrategie, Innovations-/Produktstrategie unter Berücksichtigung des Investitionsbudgets und der Gewichtung von Bestands- und Neuprodukten).
  • Kompetenzteams, die explizit für ihre Bereiche Verantwortung übernehmen und die Realisierung ihrer Ziele vorantreiben, konnten definiert werden.
  • Ein Gesamtvorgehen (Roadmap) „Culture Change“ wurde entwickelt.

Die Aufgabenstellung für den Nachfolger und sein Team lautet somit im Anschluss an den Workshop:

  • Verantwortungsfelder/Organisation neu zuschneiden: Bildung von Kompetenzteams, die explizit für ihre Bereiche Verantwortung übernehmen und die Realisierung ihrer Ziele vorantreiben.
  • Einhalten der definierten Kommunikationsspielregeln.

 

Abschlussbemerkung:

Das Feedback eines wirklich gelungenen Workshops sieht dann etwa wie folgt aus:

Feedback Workshop allgemein

Feedback zur Moderationsleistung

Julia Schade, Co-Moderatorin (SimmCon)